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Mutterschutz, Mutterschutzfrist und Mutterschaftsgeld - Wissenswertes für Schwangere

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Mutterschsutzgesetz, Mutterschutzfrist, Mutterschutzgeld

(c) JMG / pixelio.de

Ihr seid schwanger und steht in einem Arbeitsverhältnis? Dann steht ihr unter besonderem Schutz des Staates. Hier haben wir für euch alle wichtigen Infos zusammengetragen: Für wen gilt der Mutterschutz? Ab wann greift er? Wie lange dauert er? Wann beginnt die Mutterschutzfrist? Wie hoch ist das Mutterschaftsgeld? Und was gibt es Wichtiges zu beachten?

Wer steht unter Mutterschutz?

Werdende Mütter und Wöchnerinnen stehen am Arbeitsplatz unter speziellem Schutz. Die Schutzvorschriften sind im Mutterschsutzgesetzt (MuSchG) festgelegt. Der Mutterschutz umfasst damit alle Frauen in Anstellung, auch Teilzeitangestellte, Auszubildende, Geringverdienerinnen oder Heimarbeiterinnen, nicht jedoch Selbstständige, Studentinnen oder Hausfrauen. Unabhängig von der Nationalität gilt das Mutterschutzgesetzt für alle Angestellten in Deutschland.

Wann greift der Mutterschutz?

Das Mutterschutzgesetz greift, sobald ihr schwanger seid und dies dem Arbeitgeber mitgeteilt habt. D.h. je früher ihr eure Schwangerschaft bekannt gebt, desto früher gelten für euch die Schutzvorschriften. Keine Sorge, die Information darf der Arbeitgeber nicht an Dritte weitergeben, mit Ausnahme von Arbeitsschutz- und Gewerbeaufsichtsämter, welche die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften kontrollieren. D.h. die Bekanntmachung der Schwangerschaft bedeutet nicht die Information der Belegschaft im Unternehmen.

Der Arbeitgeber kann einen ärztlichen Nachweis einfordern. Dieser ist kostenpflichtig. Die Kosten werden vom Arbeitgeber erstattet.

Was bringt euch das Mutterschutzgesetz?

  • Kündigungsschutz
    Während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von 4 Monaten nach der Geburt besteht Kündigungsschutz. D.h. in diesem Zeitraum darf der Arbeitgeber die Kündigung weder aussprechen noch vollziehen. Der Kündigungsschutz verlängert sich mit Beantragung der Elternzeit um den entsprechenden Zeitraum.
    Voraussetzung: Bei Zugang der Kündigung besteht die Schwangerschaft und der Arbeitgeber weiß davon. Zum Schutz der werdenden Mutter kann diese die Schwangerschaft binnen 2 Wochen nach Zugang der Kündigung nachträglich mitteilen.
    Ausnahme: Bei Insolvenz oder teilweiser Stilllegung des Betriebs kann die Aufsichtsbehörde der Kündigung wirksam zustimmen.
    Rechtswidrige Kündigung trotz Mutterschutz: Lehnt die Kündigung – am besten schriftlich – ab und informiert die zuständige Aufsichtsbehörde. Zudem müsst ihr binnen von 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung Klage vor dem Arbeitsgericht einreichen. Solltet ihr erst später von eurer Schwangerschaft erfahren, habt ihr noch 2 Wochen ab Kenntnis der Schwangerschaft Zeit. Damit könnt ihr die Rechtsunwirksamkeit der Kündigung erwirken.
  • Beschäftigungsverbot
    Bei Ausübung der Tätigkeit dürfen keine Gefahren für Leben und Gesundheit der werdende Mutter bzw. des Kindes entstehen. D.h. ihr dürft an eurem Arbeitsplatz nicht lange stehen, keine schweren Lasten tragen, keinen Nacht- und Schichtdienst leisten, weder im Akkord, noch mit Chemikalien arbeiten. Andernfalls gilt ein Beschäftigungsverbot. In solchen Fällen muss der Gynäkologe euch eine Bescheinigung ausstellen, aus der genau hervorgeht, warum die Tätigkeit euch und eurem Kind schaden könnte und welche Arbeiten in welchen Zeitraum für euch verboten sind. D.h. der Arbeitgeber muss euch unter Zahlung des vollen Gehalts von der Arbeit freistellen, sofern er euch keinen anderen Arbeitsbereich zuweisen kann.
  • Individuelles Beschäftigungsverbot
    Sind aufgrund schwangerschaftsbedingter Gesundheitsprobleme Leben/ Gesundheit von Mutter oder Kind bei Weiterführung des Jobs gefährdet, kann der Arzt ein individuelles Beschäftigungsverbot attestieren. Dieses kann von einer Reduzierung der Arbeitszeit, über leichtere Arbeiten bishin zu einem generellen Verbot reichen. Der Arbeitgeber muss sich nach diesem Beschäftigungsverbot richten. Er darf keine Zweitmeinung eines von ihm gewählten Arztes einfordern.
    Während des Beschäftigungsverbots seid ihr über den so genannten Mutterschutzlohn abgesichert. Das entspricht dem Durchschnittslohn der letzten 3 Monate vor der Schwangerschaft.
    Das individuelle Beschäftigungsverbot greift nicht bei anderen Krankheitsbildern. Hier würde es zu einer normalen Krankschreibung kommen.

Auch stillende Mütter stehen unter diesen Schutzvorschriften. Des Weiteren dürft ihr z.B. auch Stillpausen in Anspruch nehmen (zwei Mal täglich eine halbe Stunde oder einmal eine Stunde pro Tag).

Wann beginnt die Mutterschutzfrist?

Die Mutterschutzfrist beginnt in der Regel sechs Wochen vor der Geburt und endet zwei Monate danach. Bei einer Frühgeburt oder bei Mehrlingsgeburten verlängert sich dieser Zeitraum auf zwölf Wochen nach der Entbindung (dafür ist jeweils ein ärztlicher Nachweis erforderlich).

Ihr könnt unter Abgabe einer entsprechenden Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber auch während der 6-wöchigen Mutterschutzfrist vor der Geburt, nicht jedoch nach der Entbindung arbeiten.

Wie hoch ist das Mutterschaftsgeld?

Während der Mutterschutzfrist zahlt die gesetzliche Krankenkasse Mutterschaftsgeld. Dieses beträgt 13 Euro pro Kalendertag, also 390 Euro im Monat (30 Tage x 13 Euro). Ihr könnt es frühestens 7 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin beantragen. Dazu erhaltet ihr von eurem betreuenden Arzt zu gegebener Zeit eine entsprechende Bescheinigung, die ihr bei der Krankenkasse einreicht. Ist euer monatliches Nettoeinkommen höher zahlt die Differenz der Arbeitgeber, genannt Arbeitgeberzuschuss. Der Arbeitgeber wird von der Krankenkasse informiert.
Privat oder familienversicherte Frauen erhalten maximal 210 Euro Mutterschaftsgeld. Der Arbeitgeber gleicht jedoch auch hier die Differenz zum Nettogehalt aus.

Das Mutterschutzgesetz erhaltet ihr übrigens beim Arbeitgeber, bei eurer Krankenkasse oder den Gewerbeaufsichtsämtern.

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